Iron Man

Juhuu! Endlich wieder ein knallender Blockbuster. Aus Zeitmangel ist leider kein ausführlicher Text drin – aber ich will dem Hype und meiner eigenen Begeisterung vor Kinostart gerecht werden und zumindest ein paar Zeilen zu „Iron Man“ schreiben; möglichst ohne Spoiler. Also: Ist der aktuelle Marvel-Film empfehlenswert?

„Iron Man“ ist stark. Der Streifen von Jon Favreau hat genau das in seinem Sack, was erwartet wird. Eine Superhelden-Geschichte, in der erzählt wird, wie sich Otto-Normal-Multimilliardär bzw. 08/15-Waffenlord in den „Golden Avenger“ verwandelt. Eine so genannte „Origin-Story“, wie sie inzwischen monatlich in die Kinos fliegt. Anders als bei bspw. „Batman Begins“ verankert Favreau seinen Superhelden fest im Hier und Jetzt.
Die Geschichte spielt nicht in einer alternativen Dimension, in keiner Fantasiewelt und nicht in ferner Zukunft, sondern in dieser unserer Welt. Dadurch demystifiziert der Film die Super-Aura etwas und sorgt für eine für dieses Genre ungeahnte Authentizität.
Vormachen braucht man sich aber nichts: Logikfetischisten müssen hier und da ein Auge zudrücken.

„Iron Man“ ist Stark. Tony Stark. Worin sich alle, die den Film gesehen haben, wohl einig sind, ist, dass der Film mit seinem Protagonisten und der Darstellung von Robert Downey Jr. steht und fällt – und er hebt ab. Ganz geil, der Mann. Er schafft es nicht nur, einen sonst unsympathischen Egomanen charmante Züge zu verpassen und ihn ohne überbordenden Pathos zu entwickeln. Downey Jr. tut dies vor allem ohne in das Fettnäpfchen zu treten, die Karikatur der Figur darzustellen. Denn, oh ja, die Gefahr bestand.
Positiv überrascht war ich im Übrigen auch von der Chemie zwischen Downey und Gwyneth Paltrow, die Starks persönliche Ms.Moneypenny Pepper Potts spielt.

„Iron Man“ ist schwach, was seinen Antagonisten angeht. Was das Plus so vieler guter Superhelden- und Abenteuerfilme ist, fehlt „Iron Man“ leider teils: Ein genialer Finsterwicht. Tony Starks Widersacher bleibt leider unterentwickelt, was einerseits an fehlender on-screen-time, andererseits am Gebrauch einer für meine Begriffe unnötigen Überraschung liegt.

Insgesamt kann sich „Iron Man“ nicht freimachen von dem Makel, der so vielen Erstlingsfilmen von auf mehrere Filme angelegten Serien zu eigen ist. Zu viel Stoff und zu viele Figuren bei zu wenig Zeit. Und trotzdem herrscht Kürzungsbedarf. Wenn ich eine Schere und die Filmrolle in die Hand bekäme, würde ich an den Terroristenhöhlen ansetzen. Hier verliert Regisseur Favreau deutlich an Fahrt und driftet – einmalig – von der sonst lockeren Atmosphäre in schwerfällige Regionen ab.

Den ungeduldigen Fan könnte außerdem stören, dass die gold-rote Blechbüchse erst relativ spät im Film in Aktion tritt… Den pingeligen Fan könnte außerdem stören, dass der Film in den deutschen Kinos um rund drei Minuten geschnitten gezeigt wird… Mich hat beides nicht die Bohne interessiert.

Sowohl Jeff Bridges als auch Terrence Howard bleiben angesichts ihrer papierdünnen Figuren eher blass. Wobei bei Howard wohl eher wichtig war, ihn als Bestandteil der geplanten Filmserie zu etablieren – wie auch beim Cameo von Samuel L. Jackson nach den Credits. Gerüchten zufolge hat Downey Jr. bereits für 100 weitere „Iron Man“-Filme zugesagt… Das Einspielergebnis scheint auch zu passen und man darf sich über weitere Abenteuer mit Tony Stark freuen. Abenteuer, die mit „Iron Man“ einen guten Anfang genommen haben.

(c) cdx.maxinho.2008

Advertisements